Nach langer Zeit der Vakanz hat die JKR wieder eine komplette Schulleitung, bestehend aus (von links): Konrektor Clemens Krause, der zweiten Konrektorin Ines Ackermann und Schulleiter Info Krimphoff.
"Wir wollen nicht stehen bleiben"
Die Hände in den Schoss legen, weil in sechs Jahren womöglich sowieso Schluss ist? Das kommt für die Schulleitung der Justin-Kleinwächter-Realschule nicht in Frage - selbst wenn Greven wie geplant im kommenden Sommer seine Gesamtschule bekommt und die JKR dann sukzessive ausläuft.
"Es ist wichtig, dass die JKR sechs Jahre lang optimal geleitet wird", sagt Schulleiter Ingo Krimphoff. "Das Versprechen haben wir den Eltern gegeben, die ihre Kinder hier anmelden: Die Schüler werden hier optimal versorgt." Auch Konrektor Clemens Krause sieht das so. "Diese Schule bleibt nicht stehen. Sie entwickelt sich weiter." Krimphoff meint gar: "Eine Schule, die sich sechs Jahre lang nicht bewegt, entwickelt sich zurück."
Also stellt sich die JKR auf sechs arbeitsreiche Jahre ein - und diese Arbeit will verteilt werden.
Zum 1. September wurde aus dem kommissarischen Krimphoff-Vertreter offiziell der erste Konrektor. Die Stelle der zweiten Konrektorin wurde zum selben Zeitpunkt mit Ines Ackermann besetzt, die von der Gutenberg-Realschule Hiltrup (Ackermann: "Eine ganz berühmte Schule, knapp hinter der JKR") nach Greven wechselte. Damit endet eine lange Phase, in der häufig einer der JKR-Leitungsposten nur kommissarisch besetzt oder sogar vakant war.
Die "Neue" wohnt in Münster und unterrichtet an der JKR Englisch, Geschichte und Praktische Philosophie. Da sie zudem auch Lehrer ausgebildet hat und im Realschuldezernat der Bezirksregierung tätig war, kennt sie sich mit Methoden gut aus. An ihrer neuen Wirkungsstätte wird dies folglich einer ihrer Schwerpunkte sein - zudem leitet sie pädagogisch und organisatorisch die Erprobungsstufe. Dass ihre neue Schule voraussichtlich ein "Auslaufmodell" ist, störte sie keineswegs. "Das nehme ich als Herausforderung", sagt sie forsch. Sie bewarb sich an einem Freitag, dem 13. - und wertet es im Rückblick als Glückstag. "Es passt. Ich kann mich mit dem pädagogischen Konzept sehr identifizieren."
Dieses Konzept sieht unter anderem vor, die Lernbedingungen stets zu optimieren. Nach eingehender Diskussion mit Lehrern, Eltern und Schülern führte die JKR daher nach den Sommerferien den 60-Minuten-Takt ein. Der bietet laut Krause viele Vorteile: Mehr Netto-Arbeitszeit, bessere Konzentration, mehr Selbstständigkeit, leichtere Schultornister. "es ist ja fast schon revolutionär, die preußischen 45 Minuten aufzubrechen. Lang genug hat es gedauert", sagt Krimphoff. Die Rückmeldungen der ersten Wochen fielen durchweg positiv aus.