"Sprachlos und voller Trauer gedenken wir der Opfer der Gewalttat von Winnenden und nehmen Anteil am Leid der Lehrer, Schüler und Eltern der Albertville-Realschule."
Die Schulleitung (für die Schulgemeinde der JKR Greven)
Der Amoklauf von Winnenden setzt die Diskussion um die Sicherheit an den Schulen auch in Greven wieder auf die Tagesordnung. Unsere Redaktion hat sich bei den Schulleitungen umgehört. Und hat erfahren, dass es seit über zwei Jahren einen einheitlichen Notfallplan für alle Schulen der Stadt gibt.
Das bestätigt auch Michael Weß , Schulleiter der Förderschule. Der Plan sei nach dem Vorfall in Emsdetten 2006 erweitert worden.
Türen verbarrikadieren
Axel Barkowsky , Schulleiter der Marien-Hauptschule, sagt: "Der Notfallplan des Ministeriums ist so ein schöner orangefarbener Ordner, den wir natürlich kennen und durchgesprochen haben im Kollegium. Aber ich will trotz allem nicht in eine solche Situation geraten. Denn ob man das alles so umsetzen kann, steht auf einem anderen Blatt." Das Verhalten im Notfall kennen die Kollegen der Marien-Hauptschule, ebenso wie die anderen Grevener Schulen: Klassenzimmer abschließen, Türen verbarrikadieren, weg vom Fenster, abwarten. Den Schülern wurde klargemacht, dass, wenn sie Amok-Drohungen - egal, ob dummer Scherz oder nicht - äußern, ein "ganzer Apparat in Bewegung gesetzt wird: Wir melden das auf jeden Fall weiter!", so Barkowsky. Über den eigenen Schulsozialarbeiter ist er außerdem sehr froh.
Über Lautsprecher
Gymnasium-Schulleiterin Rosemarie Schulte bestätigt, dass es, ähnlich wie in Winnenden, einen Notfallplan gibt, der auf Lautsprecherdurchsagen beruht, nach denen die Klassenzimmer schnell von den Lehrern abgeschlossen werden. Und sie weist darauf hin, dass an ihrer Schule zwei Beratungslehrer mit Zusatzausbildung jederzeit zu Gesprächen mit den Schülern bereitstünden. Gestern war der Amoklauf, wie auch anderswo, natürlich Thema im Unterricht.
Lehrerkonferenzen
Theo Tillmann , Schulleiter der Anne-Frank-Realschule, sagt, dass das Thema in Lehrerkonferenzen erörtert und schuleigene Notfallpläne erarbeitet wurden. Außerdem werden zweimal im Jahr Katastrophenübungen durchgeführt. Doch die sind nur eingeschränkt auf einen Amoklauf ausgerichtet; eher auf Feuer. Tillmann hat mit seinem Kollegium Vereinbarungen für eine codierte Lautsprecherdurchsage getroffen, um die Lehrer zu warnen. Ebenso hat es Michael Weß an der Johannesschule gemacht. Einen Amoklauf in einer Übung zu simulieren, hält Tillmann jedoch für unverantwortlich: "Das mache ich nicht!"
Viele Gespräche
Clemens Krause , 2. Konrektor der Justin-Kleinwächter-Realschule, berichtet ebenfalls von vielen Gesprächen im Unterricht, zudem von einer
Schweigeminute und einem Kondolenzbuch im Foyer. Auch er weist auf einen Notfallplan hin und unterstreicht die Bedeutung der Vertrauenslehrer.
Respekt ist wichtig
Was man an Prävention leisten kann, das wird gemacht, sagen Grevens Pädagogen. Am wichtigsten sei es, den Schülern einen respektvollen Umgang miteinander beizubringen. Jeden Tag. Tillmann: "Sie sollen sich nicht ausgrenzen, nicht mobben, sondern respektieren. Daran arbeiten wir." Zu den Schulpsychologen des Landes meint er: "Die Anbindung ist schwierig, da wir ein Flächenkreis sind. In einer Stadt wie Münster ist das leichter." So arbeitet er häufiger mit der Caritas-Beratungsstelle zusammen.