Ihre Berufswahl steht im Zentrum vieler Unterrichtsstunden. Gegenseitig haben sie bei einem "Berufsnavigator" Stärken und Schwächen eingeschätzt. In einem virtuellen Assessment Center bekamen sie es mit den Fragen zu tun, die Chefs stellen. Und in der vergangenen Woche stand eine Tour zum Berufsinformationzentrum auf dem Plan. Die Frage, was nach der zehnten Klasse passieren soll, ist allgegenwärtig. Und viele in der Klasse setzt sie unter Druck.
"Dieses Jahr ist voll wichtig für uns", sagt Isabelle. Das Halbjahreszeugnis zählt für die Bewerbung. Ansprechendes Schreiben wird trainiert. Mit so vielen Anforderungen auf einmal klarzukommen, sei ganz schön schwierig. Allerdings hätten ihr die Aktivitäten geholfen, ihren Berufswunsch zu formulieren: Isabelle will nach der zehnten Klasse erst ihr Fachabi machen und dann Sozialpädagogik studieren.
Damit gehört sie zu den zwei Dritteln der Schüler, für die nach der Zeit an der Realschule längst noch nicht Schluss sein soll mit dem Schulbank-Drücken. Sie denken wie Larissa, die sich für eine Ausbildung zur Bankkauffrau einen Wettbewerbsvorteil schaffen will: "Wenn ich jetzt mein Fachabi mache, dann kann ich später besser in den Beruf einsteigen."
Nur sechs von ihnen sind sich ganz sicher: Sie wollen eine Ausbildung starten. So wie Achim. Glasklar: Erst absolviert er sein Betriebspraktikum bei einen Metallbau-Unternehmen, dann möchte er auch eine Lehre in der Branche antreten. Für ihn läuft es.
Sarah ist längst nicht soweit wie Achim. "Bundesgrenzschutz, Tierpflegerin, Psychologin, Archäologin", zählt sie die Berufe auf, die für sie in Frage kommen. Sie fühlt sich hin- und hergerissen zwischen den Alternativen und auch Berufsnavigator und Co haben ihr bei der Entscheidung nicht wirklich geholfen. Zu unpersönlich sei ihr diese Art der Orientierung. Sei wünscht sich einen Ansprechpartner, der sie unter vier Augen ganz nach ihren Interessen und den Anforderungen der Berufe berät.
Was Sarah aber jetzt schon weiß: Ihr Beruf muss Spaß machen, ihr Interesse wecken. "Und Abwechslung bieten", wirft Isabelle ein. Und das Geld? Timo, der bringt es auf den Punkt, den alle in der Klasse teilen: "Wenn ich einen Beruf nach meinen Vorstellungen finde, muss er mich nicht reich machen, aber es sollte schon zum Leben reichen. Er sollte halt Spaß machen und mir auch Freizeit gönnen."
