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Wettbewerb um die Azubis- Berufe begreifen im Ballenlager 05.06.2013



Und, wäre das was für Thomas? "Eher nicht", gibt er schließlich zu. Er will sich auf der Messe "Berufe begreifen" weiter umsehen. Derweil drängt bereits der nächste Interessenten-Pulk an den Stand des Autohauses. "Winter- oder Sommerreifen – was meint ihr?", fragt Ziegler die Jugendlichen mit Blick auf ein Ausstellungsstück. Die meisten tippen richtig: Der Sommerreifen ist am Profil eindeutig zu erkennen.



Nebenan versucht sich ein anderer Achtklässler am Wickeln einer Babypuppe. Jemand aus der Parallelklasse pflastert eine kleine Fläche. Eine Mitschülerin lässt sich am Cenotec-Stand die Funktionsweise einer Nähmaschine erklären, die stabile Folien (etwa für Stadiondächer) verarbeiten kann. Beim Erklären bleibt es nicht. Die Schülerin darf auch selbst Hand anlegen. "Berufe begreifen" eben.



Rund 250 Achtklässler aller weiterführenden Schulen Grevens (Ausnahme: Gymnasium) nutzten gestern die Chance, sich im Ballenlager einen Eindruck davon zu verschaffen, welche Ausbildungsmöglichkeiten ihnen in Greven offenstehen. Lokale und regionale Unternehmen – vom Landschaftsbauer, Tischler, Bäcker oder Drucker über die Krankenkasse und den Kita-Träger bis zum städtischen Wasserwerk, der Caritas und der Bundeswehr – sorgten dabei für reichlich Auswahl. "Die Firmen stehen hier mit Aufgaben, nicht mit Hochglanzbroschüren", umschrieb Gerhard Epping vom Mitveranstalter "Lernen Fördern" den Anspruch der Messe: praktische Einblicke ermöglichen, Orientierung schaffen, Kontakte herstellen.



Dass viele Firmen, die bereits in den Vorjahren da waren, erneut präsent sind, zeigt für Wirtschaftsförderer Stefan Deimann, dass die Messe auch für die Betriebe von großem Nutzen ist. "Die Bewerberflut ist nicht mehr so groß wie sie mal war." Beim Bauhof (heute BEG) habe es in früheren Jahren zeitweise über 50 Bewerbungen gegeben, in diesem Jahr gerade mal drei. "Es ist nicht mehr so einfach, an qualifizierte Bewerber zu kommen", weshalb er sogar von einem "Wettbewerb" der Unternehmen um die besten Azubis spricht.

Auch Gabriele Lange von der Agentur für Arbeit bestätigt, dass der Fachkräftemangel bereits auf den Ausbildungsmarkt durchschlägt. Darin liege eine große Chance für junge Menschen, die sich für praktische Berufe interessieren – vor allem, wenn sie bereit seien, sich von Geschlechter-Klischees zu lösen. "50 Prozent der Mädchen entscheiden sich für zehn Berufe – von mehr als 300." Bei den Jungen seien es 15 – zumeist sehr traditionelle – Berufe.

Die meisten Rückmeldungen der Achtklässler, die gestern da waren, seien sehr positiv. "Dass es eine Pflichtveranstaltung ist, spürt man nicht."



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