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Archiv für junge Wissenschaftler und rasende Reporter 10.12.2008

Und das ist – neben vielem anderen – ein Zweck der Übung. Die Fünftklässler der Realschule sollen ein Thema erarbeiten – und nebenbei die Bibliothek kennen lernen. Die Gruppe Jungs, die die Aufgabe hat, Weihnachtsbräuche in Australien vorzustellen, ist schwer beeindruckt. "Wir kommen aus Ladbergen. Dort haben wir auch eine Bibliothek, aber die ist 20 Mal kleiner. Die hier ist echt Kult."

70 Schulklassen schleusen die Bibliothekarinnen jedes Jahr durch die Bücherei. Die Kleinsten schnuppern erst mal, aber die größeren Kinder lernen, wie man mit der Bibliothek arbeitet. "Es ist eine ganz wichtige Übung, aus Tausenden von Büchern diejenigen heraus zu finden, die man wirklich brauchen kann", erläutert die Bibliotheksleiterin. Damit die Kids nicht völlig erschlagen sind, bekommt jede Arbeitsgruppe eine Buchvorauswahl in einem Korb, außerdem gibt’s eine Liste mit Internetadressen. Denn auch Kollege Computer ist ein wichtiges Medium in der Bücherei – übrigens nicht nur, um im weltweiten Netz Informationen zu sammeln. Allerdings darf nicht blind gegoogelt und abgeschrieben werden – der kritische Umgang mit Informationen wird ebenfalls geübt. Die JKR-Schüler müssen ihre Ergebnisse außerdem tippen – und die Elfjährigen sind in der Gestaltung der Manuskripte topfit. "Da nimm, diese Schrift, die Arial Black", weiß einer genau Bescheid. Sigrid Högemann beobachtet die Szene amüsiert. "Es ist wichtig, dass die Kinder das, was sie gelesen haben, auch aufschreiben. Dann haben sie es auch verstanden."

Doch diesmal ist es noch schwieriger: Die Schüler müssen ihre Ergebnisse auch präsentieren, in einer Art Fernsehshow. Ein schwarzer Kasten stellt den Fernseher vor, und da muss über Weihnachten in aller Welt berichtet werden. Aber was heißt "Frohe Weihnachten" auf russisch? "Unten gibt’s eine Frau aus Russland", hat ein Kind herausgekriegt. Eine Schar Mädchen stürmt an die Ausleihe. Dort arbeitet tatsächlich eine Bibliothekarin mit russischen Wurzeln, und geduldig sagt sie den Mädchen den Weihnachtswunsch vor: "Pozdrevlyayu s prazdnikom Rozhdestva." Ganz schön schwer für westfälische Zungen, aber irgendwann sitzt der Spruch.

Und dann wird nochmals geübt für den großen Auftritt. "Sonst ist das Adrenalin zu hoch", weiß ein Schlauberger. Aber schließlich haben alle die Nervosität im Griff, die Show kann laufen, musikalische Untermalung inklusive, denn auch dafür hat die Bibliothek die Technik. "Die Stadtbibliothek macht das immer super", lobt Lehrerin Helgard Hansen. Die Schüler teilen diese Meinung. Marcel: "Ich komme bestimmt wieder – dann privat."

VON MONIKA GERHARZ, GREVEN

26 · 12 · 08





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