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Schüleraustausch Greven-Montagis

Zur Geschichte der Partnerschaft zwischen der Justin-Kleinwächter-Realschule und dem Collège Le Grand Clos

Die Wurzeln des Schüleraustausches zwischen der Grevener Realschule und einer Schule in Montargis reichen in das Jahr 1972 zurück.

Damals hieß die einzige Realschule in Greven "Städtische Realschule".Heute unterrichten noch Lehrer an der Justin-Kleinwächter-Realschule, die an der ehemals Städtischen Realschule in Greven angefangen und nach der Teilung an der neuen Justin-Kleinwächter-Realschule die alten Partnerschaften gepflegt, weitergetragen und fortentwickelt haben.

Die Geschichte der Partnerschaft, die zwischen der Justin-Kleinwächter-Realschule und dem Collège Le Grand Clos gepflegt wird, ist eng mit der Geschichte der Entstehung zweier Realschulen in Greven verbunden.

Bis 1980 gab es in Greven nur die eine Städtische Realschule. Im Jahre 1978 jedoch wurde in den neuerbauten Räumen im Marienschulzentrum ein zweiter Lernort dieser Realschule eingerichtet. Dieser zweite Lernort wurde dann im Jahre 1980 in die selbständig geführte Justin-Kleinwächter-Realschule umbenannt, der vorerst verbliebene Lernort der Städtischen Realschule erhielt den Namen "Anne-Frank-Realschule". Damit waren zwei völlig selbständige Realschulen auf dem Grevener Stadtgebiet entstanden, die eine gemeinsame Wurzel hatten, nämlich die der Städtischen Realschule, und auch eine gemeinsame Vergangenheit, was die Schulpartnerschaft mit Montargis angeht.

Schon zu Zeiten der Städtischen Realschule waren engagierte Träger des Partnerschaftsgedanken sehr erfolgreich. Frau Frigga Lamm, später Anne-Frank-Realschule und Frau Margild Kaiser sowie Herr Klaus Scholz, später Justin-Kleinwächter-Realschule, sind mit ihrem Engagement aus diesen Zeiten nicht wegzudenken.

Als nun im Jahre 1980 der zweite Lernort der Städtischen Realschule zur Selbständigkeit herangewachsen war, wurde mit gleichem Einsatz an der jungen Justin-Kleinwächter-Realschule der Partnerschaftsgedanke weiter gepflegt. In diesen 80er Jahren führte die Justin-Kleinwächter-Realschule zunächst in Zusammenarbeit mit der Anne-Frank-Realschule, später selbständig, mit hohen Schülerbeteiligungen Schüleraustausch durch. Im Jahre 1982 wurde erstmalig mit dem Collège Le Grand Clos zusammengearbeitet. Ohne Unterbrechung ist seitdem eine feste Partnerschaft zwischen dieser Schule und der Justin-Kleinwächter-Realschule gewachsen. Heute schaut man auf 15 Jahre erfolgreicher Schulpartnerschaft mit dem Collège Le Grand Clos zurück.

Im Jahre 1989 übernahm dann Frau Christa Rühland die Verantwortung für die deutsch-französische Schulpartnerschaft.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich almähllich die Konzepte, die dem gegenseitigen Schüleraustausch zugrunde liegen, verändert und wurden den überarbeiteten Richtlinien und Lehrplänen angepaßt.

1991 begann im Collège Le Grand Clos mit der festen Anstellung eines Deutschlehrers, M. Philippe Vaultier, eine neue Ära. Der jährliche Wechsel des Deutschlehrers am Collège Le Grand Clos brachte früher neben organisatorischen Schwierigkeiten auch inhaltliche Probleme. Ohne nähere Vorkenntnisse zum Austauschprogramm mußte der jeweils neue Deutschlehrer eine Arbeit fortsetzen, konnte im kommenden Schuljahr jedoch wegen der eigenen Versetzung nicht mehr an der Fortentwicklung mitarbeiten. Mit H. Philippe Vaultier war ein erfahrener Partner für die Austauscharbeit gekommen. Er kannte aus Studium und alten Freundschaften Greven "wie seine Westentasche", hatte 10 Jahre zuvor auch schon beim Schüleraustausch mit der Städtischen Realschule mitgewirkt.

Was sind nun die Zielsetzungen des Austauschprogramms?

Sie sehen vor, den Schülern und Schülerinnen aus Montargis und Greven den jeweils fremden Lebensraum erleben zu lassen, indem sie in besonderem Maße Anteil am Schul- und Familienleben nehmen. So müssen z.B. die deutschen Schüler und Schülerinnen erfahren, wie prägend sich das Schulleben auf die individuelle und familiäre Situation in Frankreich auswirkt. Freizeitgestaltung bedeutet für französische Mitschülerinnen und Mitschüler etwas ganz anderes als für unsere Jugendlichen. Die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler haben die wohl einmalige Gelegenheit, Erfahrungen zu machen, die sie als Tourist niemals mehr machen können. Sie sind "Mitglied auf Zeit" einer Familie im Gastgeberland und lernen sie aus dieser Perspektive "von innen heraus" kennen.

Allzuoft scheint für Schülerinnen und Schülern der Sprachunterricht nur ein auf ein bestimmtes Lehrbuch bezogenes Kapitel zu sein, das für sie ohne großen Realitätsbezug bleibt. Das Austauschprogramm ermöglicht es ihnen jedoch, Sprache als echtes Medium zu erleben, das funktioniert.

Während des 10 bis 12tägigen Austauschprogramms steht mit den jeweiligen Gästen ein gemeinsamer Ausflug an, der alle miteinander durch die Vorfreude und das gemeinsame Erlebnis verbindet.

Weitere kleinere Ausflüge werden halbtägig in die nähere Umgebung unternommen, so daß immer noch genügend Zeit bleibt, in Schule und Familie zurückzukehren. Einblicke in Betriebe der heimischen Wirtschaft, verknüpft mit dem Kennenlernen traditioneller Besonderheiten, sind für die Auswahl dieses Besuchsprogramms von Bedeutung.

Die Justin-Kleinwächter-Realschule ermöglicht den französischen Schülerinnen und Schülern durch vielfältige Teilnahme am Unterricht, persönlichen Zugang zu unserem Schulleben zu gewinnen. An unterrichtsfreien Nachmittagen bieten Kollegen und Kolleginnen beider Austauschschulen freiwillige Arbeitsgemeinschaften an, die besonders im Bereich des Sports, der Musik, des künstlerischen oder hauswirtschaftlichen Schaffens hohe Akzeptanz finden.

Die Justin-Kleinwächter-Realschule ist stolz darauf, daß auf diese Weise sehr viele Kolleginnen und Kollegen einen Beitrag zu diesem interkulturellen Konzept beisteuern. Einzelne Unternehmungen werden besonders von Eltern gestützt. Das Austauschkonezept der Justin-Kleinwächter-Realschule und auch des Collège Le Grand Clos wird also von der ganzen Schulgemeinde getragen.

In den vergangenen Jahren haben sich auch Mitglieder der Schulleitungen beiden Systeme am Austauschprogramm im anderen Land beteiligt.

Der Besuchsrhythmus hat sich seit 4 Jahren so eingependelt, daß die französischen Gäste sehr gerne Ende November nach Greven kommen, die Schüler und Schülerinnen aus Greven jedoch im Frühling in Montargis erwartet werden.

Die französischen Schülerinnen und Schüler finden dabei einen besonderen Gefallen an dem spezifischen Ambiente unserer Vorweihnachtszeit. Außerdem nehmen sie dann mit besonderem Engagement an dem traditionellen Weihnachtsbasar teil, den die Justin-Kleinwächter-Realschule zugunsten einer kleinen Partnerschule gleichen Namens in Brasilien veranstaltet. Sie erfahren, welchen Stellenwert soziale Mitverantwortung in der Form von Unterstützung caritativer Ziele in einer deutschen Schule haben kann.

Von ganz besonderem Reiz ist es dabei für viele ehemalige Schülerinnen und Schüler der Justin-Kleinwächter-Realschule, die zum Weihnachtsbasar kommen, ihren "alten" Austauschlehrer M. Philippe Vaultier regelmäßig wiedertreffen zu können. So wirkt der Schüleraustausch bis in die Zukunft.

Die Stadt Greven richtet es immer ein, die französischen und deutschen Austauschpartner anläßlich ihres Besuches im Rathaus zu begrüßen. In Montargis werden die deutschen Schülerinnen und Schüler stets mit einer besonderen Zeremonie empfangen.

Als im Rahmen der allgemeinen Feierlichkeiten zum 25jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft die Schülerinnen und Schüler der Justin-Kleinwächter-Realschule auf dem Schulgelände des Collège Le Grand Clos einen Baum pflanzten, da wurde das Wachsen und Gedeihen mit dem Entstehen und Entfalten einer Schülerfreundschaft verglichen.

Die Wurzeln werden in der Schule durch das Erlernen der Sprache gelegt. Der Stamm entfaltet seine Kraft und Stärke durch die Freundschaft zu dem anderssprachigen Partner. An dem Stamm wachsen nach und nach weitere Äste und Blätter: all die vielen Schülerinnen und Schüler, die im Laufe der Jahre an einem Austausch teilgenommen haben und ihre freundschaftlichen Erfahrungen hüben wie drüben weitertragen.

Auf die Schulfreundschaft der Justin-Kleinwächter-Realschule mit dem Collège Le Grand Clos bezogen ergibt das, daß in den 15 Jahren des Schüleraustausches gut 1200 Schülerinnen und Schüler aus Montargis und Greven sich begegnet sind. Viele junge Französinnen und Franzosen sind zum zweiten und dritten Mal zur Justin-Kleinwächter-Realschule zurückgekehrt.

Ein einfaches Rechenexempel zeigt, daß der "Multiplikatoreneffekt" eines einzigen Austauschschülers allein schon ungeheuer groß ist: Eltern, Großeltern, Geschwister und deren nächsten Freunde oder Arbeitskollegen erfahren etwas über den Besuch, alle Mitschüler, alle Lehrer der Schule erleben die Gäste. Stadtverwaltung und alle an der Jugendarbeit beteiligten Gruppen lernen hier und da die Freunde aus dem Nachbarland kennen. Gegründet auf diese durchschnittlichen Kontakte und Beziehungen ergibt sich da allein für die Justin-Kleinwächter-Realschule in den vergangenen 15 Jahren, daß sich schnell eine Zahl von mehr als 10 000 Menschen hochrechnet für all diejenigen, die Kenntnis von dieser Freundschaft gehabt haben.

Dies alles ist ein Beitrag zur Völkerverständigung und Friedenserziehung sowie zum Aufbau von Toleranz und Abbau von Ängsten vor dem Fremden.Wir wünschen der Partnerschaft zwischen dem Collège Le Grand Clos und der Justin-Kleinwächter-Realschule in diesem Sinne weiterhin diesen Erfolg!



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